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Kaltwetter-Know-how und
10 Lifehacks für einen sicheren Winterjob
Zum Start ins neue Jahr – und damit angekommen im kältesten aller 12 Monate – ist es an der Zeit, einen Blick auf das Thema Arbeitsschutz im Winter zu werfen. Ob bei eisigem Wind, Schnee oder Minusgraden – wer draußen arbeitet, braucht mehr als nur die richtige Kleidung. Erfahre, wie du dich beim Arbeiten vor den Gefahren der Kälte schützt, welche Rechte du hast und welche Pflichten der Arbeitgebende erfüllen muss, um sicher und gesund durch die kalte Jahreszeit zu kommen – inklusive praktischer Life Hacks für den Winterjob!
Warum der Winter eine Herausforderung für Arbeiten im Freien darstellt
Das Winter-Wetter stellt eine besondere Herausforderung für alle, die im Freien arbeiten, dar. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt sinken nicht nur die körperliche Leistungsfähigkeit und das Reaktionsvermögen, sondern auch die Gefahr von Unfällen und gesundheitlichen Problemen steigt. Die Beweglichkeit wird eingeschränkt und die Konzentration lässt nach. Besonders riskant wird es bei Kontakt mit extrem kaltem Material, das schnell zu Erfrierungen führen kann – sei es durch Metall oder einfach durch den ständigen Kontakt mit der eisigen Luft. Die kältesten Körperstellen wie Finger, Zehen, Nase oder Ohren sind besonders gefährdet.
Hinzu kommt, dass im Winter das Unfallrisiko durch Schnee und Eis deutlich erhöht wird. Auch wenn die Zahl der Schneetage in Deutschland in den letzten Jahrzehnten weniger wurde – von durchschnittlich 51 Schneetagen in den 1960er Jahren auf etwa die Hälfte im Jahr 2022 – bleibt Schnee nach wie vor ein bedeutender Faktor, der die Sicherheit und Effizienz bei Outdoor-Arbeiten beeinträchtigt. Schnee und Nässe führen nicht nur zu gefährlichen rutschigen Oberflächen, sondern können auch die Fingerfertigkeit und Reaktionszeit beeinträchtigen, was das Bedienen von Maschinen oder Werkzeugen erschwert.
In Regionen wie Ludwigsfelde in Brandenburg können die Temperaturen im Januar stark schwanken. Von Höchstwerten um 12 °C bis zu extremen Tiefstwerten von bis zu -11,5 °C sind hier in einem Monat keine Seltenheit. Solche Schwankungen erfordern eine flexible Anpassung der Arbeitskleidung und der Arbeitsmethoden, um den wechselnden Bedingungen gerecht zu werden.
Rechte der Arbeitnehmenden und Pflichten der Arbeitgebenden im Winter
Arbeitnehmende, die unter intensiven winterlichen Bedingungen arbeiten, haben bestimmte Rechte, die durch Arbeitsschutzgesetze und Sicherheitsstandards gewährleistet werden. Ein zentrales Recht ist der Schutz vor gesundheitlichen Gefährdungen, insbesondere vor den Gefahren durch Kälte. Wenn die Außentemperaturen stark sinken und extreme Kälte herrscht, müssen Arbeitgebende sicherstellen, dass ihre Mitarbeitenden ausreichend geschützt sind.
Arbeitnehmende haben das Recht auf angemessene Wetterschutzkleidung, die den Anforderungen der relevanten Sicherheitsnormen entspricht. Dazu gehört die Einhaltung der DIN EN 343 (Schutz gegen Regen) sowie der DIN EN 342 (Schutz gegen Kälte). Insbesondere bei Temperaturen unter -5°C sind Arbeitgebende verpflichtet, spezielle Kälteschutzkleidung bereitzustellen, die nach der DIN EN 342 zertifiziert ist. Diese Schutzkleidung muss nicht nur isolierend und atmungsaktiv sein, sondern auch so konzipiert werden, dass sie den Tragekomfort gewährleistet und gleichzeitig die Bewegungsfreiheit der Arbeitnehmenden nicht einschränkt.
Wärmende Pausen und Anpassung an Witterungsverhältnisse
Firmen haben die Pflicht, regelmäßige Pausen für ihre Mitarbeitenden einzuplanen, um Erholung zu ermöglichen und der Gefahr der Unterkühlung entgegenzuwirken. In diesen Pausenräumen muss für Wärme und Trockenheit gesorgt sein, sodass Mitarbeitende ihre Kleidung und Ausrüstung trocknen können. Diese Pausenräume sollten mit Heizungen ausgestattet sein, damit die Arbeitnehmenden sich aufwärmen können. Auch die Arbeitszeiten müssen an die winterlichen Bedingungen angepasst werden, um die Gesundheit der Mitarbeitenden zu gewährleisten.
Arbeitgebende müssen zudem die Arbeitsbedingungen an die Witterungsverhältnisse anpassen. Wenn extreme Kälte oder Schneefall auftreten, können die Arbeitszeiten verkürzt oder die Arbeitsweise umorganisiert werden, um die Mitarbeitenden vor den gesundheitlichen Gefahren der Kälte zu schützen. Die regelmäßigen Pausen sind entscheidend, um Überanstrengung zu vermeiden, besonders bei lang andauernden Arbeiten im Freien. Diese Anpassungen sind besonders wichtig für den Schutz vor Unterkühlung oder Erfrierungen.
Darüber hinaus stellt die ständige Überprüfung der Arbeitsbedingungen sicher, dass Mitarbeitende auch bei schlechtem Wetter sicher arbeiten können. Diese Verpflichtungen sind nicht nur gesetzlich vorgeschrieben, sondern zeigen auch, dass Arbeitgebende ihrer Fürsorgepflicht nachkommen. Durch die Bereitstellung von geeigneten Pausenräumen und das Anpassen der Arbeitszeiten tragen sie dazu bei, dass die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden im Winter und das ganze Jahr über geschützt bleibt. So wird das Risiko gesundheitlicher Schäden durch Kälte minimiert und die Sicherheit auf der Arbeit gewährleistet.
Life Hacks für Arbeiten im Winter: So bleibst du warm und geschützt
Arbeiten bei kalten Temperaturen erfordert oft kreative Lösungen, um sich vor der Kälte zu schützen und gleichzeitig produktiv zu bleiben. Hier sind einige praktische Life Hacks, die dir helfen, die Kälte zu überstehen:
- Die richtigen Schuhe: Achte bei Winterarbeitsschuhen auf die richtigen Zertifizierungen wie CI (Kälteisolierung) und WR (wasserdicht). Für maximale Sicherheit sind rutschfeste Sohlen und ein gutes Profil ein Muss.
- Thermo-Unterwäsche als unsichtbare Superkraft: Enganliegende Thermo-Funktionswäsche hält warm und leitet Feuchtigkeit ab. In Kombination mit Thermo-Socken bleiben auch die Füße warm.
- Handwärmer in Taschen und Handschuhen: Einweg- oder wiederverwendbare Handwärmer können in Handschuhen oder Jackentaschen platziert werden, um die Hände warm zu halten. Für DIY-Handwärmer fülle kleine Stoffbeutel oder Socken mit Reis, binde sie fest zu und erwärme sie kurz in der Mikrowelle.
- Kopf und Hals schützen: Trage eine gefütterte Mütze oder einen Helmunterzieher sowie einen Schlauchschal oder eine Sturmhaube. Ein großer Teil der Körperwärme geht über den Kopf verloren.
- Isolierende Sitzunterlage: Bei Arbeitspausen im Freien hilft eine isolierende Sitzunterlage, um Wärmeverluste durch Kontakt mit kalten Oberflächen zu vermeiden.
- Imprägniert für Extra-Schutz: Behandle deine Arbeitskleidung und Sicherheitsschuhe regelmäßig mit Imprägnierspray. Das verhindert, dass Nässe und Schmutz ins Material eindringen, und sorgt dafür, dass deine Kleidung länger hält und die Wärmeisolierung besser funktioniert – zum Beispiel auch, wenn du deine Winterjacke gewaschen hast. Achte jedoch darauf, das passende Imprägniermittel zu wählen, um die Materialeigenschaften und Funktionalitäten zu erhalten.
- Tricks für Werkzeug und Ausrüstung: Sprühe Griffe von Werkzeugen mit gummiertem Isolierspray ein oder umwickele sie mit Isolierband. Das verhindert, dass Metallwerkzeuge die Finger auskühlen, wenn sie angefasst werden. Beachte dabei aber unbedingt, dass die Funktion und die Sicherheit der Werkzeuge dadurch nie beeinträchtigt werden sollten.
- Alufolie als Wärmeschild: Trägst du während der Arbeit Schuhe ohne Zertifizierung, dann lege ein Stück Alufolie zwischen die Innensohle und die Außensohle deiner Schuhe. Das reflektiert die Körperwärme zurück zu den Füßen und hält Kälte von unten ab.
- Hautschutzcreme als „Kältebarriere“: Trage vor der Arbeit eine fettige, wasserfreie Hautschutzcreme (z. B. mit Sheabutter oder Vaseline) auf. Sie bildet eine schützende Barriere gegen kalte Luft und verhindert spröde Hände. Wie du deine Hände gut schützen kannst, erfährst du hier.
- Luftpolsterfolie als Isolierung: Schneide Luftpolsterfolie zurecht und lege sie als Unterlage in deine Stiefel oder in die Jackentaschen. Das Material isoliert überraschend gut gegen Kälte. Hinweis: Nicht für zertifizierte Berufs- oder Sicherheitsschuhe geeignet, da ihre Funktion hierdurch beeinträchtigt werden kann.
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