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Wenn Aceton den Handschutz herausfordert
In vielen industriellen und handwerklichen Bereichen stehen zwei Anforderungen gleichzeitig im Vordergrund: Arbeiten müssen schnell, präzise und wirtschaftlich erfolgen – und gleichzeitig sicher. Aus diesem Grund haben sich Einweghandschuhe als Standard etabliert. Sie sind schnell verfügbar und unterstützen hygienische Arbeitsabläufe ohne großen organisatorischen Aufwand.
Sobald jedoch aggressive Lösungsmittel wie Aceton ins Spiel kommen, zeigt sich jedoch deren größte Schwäche. Die chemische Belastung übersteigt häufig die Schutzleistung klassischer Einweghandschuhe deutlich. Dadurch entsteht eine spürbare Lücke zwischen der praktischen Alltagstauglichkeit und der erforderlichen Sicherheit im Umgang mit Gefahrstoffen.
Aceton als industriell unverzichtbares, aber anspruchsvolles Lösungsmittel
Aceton ist in nahezu allen verarbeitenden Branchen präsent – von der Luftfahrt und Automobilindustrie über die Metallverarbeitung bis hin zur Elektrotechnik. Es zählt zu den am häufigsten eingesetzten Lösungsmitteln; besonders verbreitet ist sein Einsatz in der Bodenbelags-, Farben-, Lack-, Möbel- und Glasfaserindustrie.
Im praktischen Arbeitsalltag umfasst das Anwendungsspektrum eine Vielzahl unterschiedlicher Tätigkeiten. Dazu gehören unter anderem:
- das Reinigen von Bauteilen und Maschinen
- das Entfernen von Farben und Tinten
- die Vorbereitung von Oberflächen für nachfolgende Prozessschritte
- Wartungsarbeiten an Anlagen
- der Umgang mit Lackier- und Klebstoffsystemen
- die Reinigung von Werkzeugen, Robotersystemen und Produktionsumgebungen
- der Einsatz in Laboren bei Analyse-, Misch- und Zubereitungsprozessen
- Montagearbeiten in der industriellen Fertigung
- Öl-, Flüssigkeits- und Filterwechsel
Die hohe Bedeutung des Stoffes basiert auf seinen physikalisch-chemischen Eigenschaften: Aceton verfügt über eine ausgeprägte Fettlösekraft und verdunstet sehr schnell, was es technisch besonders effizient macht. Gleichzeitig ergeben sich daraus jedoch klare Herausforderungen für den Arbeitsschutz, da viele Materialien – insbesondere polymerbasierte Einweghandschuhe – nur begrenzt beständig gegenüber diesem Lösungsmittel sind.
Historisch betrachtet ist Aceton übrigens kein modernes Industrieprodukt. Bereits im 17. Jahrhundert wurde es beschrieben und synthetisiert. Heute ist zudem bekannt, dass es auch natürlich vorkommt: Es entsteht in geringen Mengen im menschlichen Stoffwechsel beim Abbau von Fetten und ist ebenfalls in Pflanzen nachweisbar.
Was Aceton mit Haut und Körper wirklich macht
Der sichere Umgang mit Aceton ist nicht nur eine Frage der Materialbeständigkeit, sondern auch des Gesundheitsschutzes. Bei Hautkontakt wirkt Aceton stark entfettend. Die Haut verliert ihre natürliche Schutzbarriere, was zu Trockenheit und Reizungen führen kann. Aus diesem Grund wird in der Praxis empfohlen, betroffene Hautpartien nach Kontakt entsprechend rückzufetten, um die Hautbarriere zu stabilisieren.
Auch inhalativ kann Aceton Auswirkungen haben. Höhere Konzentrationen können die Atemwege reizen und Symptome wie Müdigkeit oder Kopfschmerzen verursachen. Bei sehr hohen Konzentrationen kann Aceton auch das Nervensystem beeinflussen und in schweren Fällen zu einer betäubenden, narkoseähnlichen Wirkung führen.
Diese Eigenschaften machen deutlich, dass Aceton im Arbeitsschutz nicht unterschätzt werden darf – insbesondere bei wiederholtem oder längerem Kontakt im industriellen Umfeld.
Die Schwachstelle klassischer Einweghandschuhe
Einweghandschuhe werden zwar in vielen Bereichen eingesetzt, in denen schnelle Wechsel, Flexibilität und Hygiene entscheidend sind. Im Umgang mit Aceton zeigen sich jedoch klare Grenzen. Viele Standardmaterialien wie herkömmliches Nitril bieten nur eine begrenzte Beständigkeit gegenüber diesem Lösungsmittel.
In der Praxis bedeutet das, dass Aceton relativ schnell in das Material eindringen kann. Auch wenn der Handschuh äußerlich unbeschädigt wirkt, kann der Schutz bereits reduziert sein. Dies ist besonders kritisch, da im Arbeitsalltag oft davon ausgegangen wird, dass der Schutz weiterhin vollständig besteht, obwohl er bereits beeinträchtigt sein kann.
Damit entsteht ein typisches Spannungsfeld im Arbeitsschutz: Einweghandschuhe sind organisatorisch ideal, aber chemisch nicht immer ausreichend.
Eine neue Generation von Einweg-Chemikalienschutz: TouchNTuff™ 93-800
Aus genau dieser Lücke heraus wurde der TouchNTuff™ 93-800 von Ansell entwickelt. Es handelt sich um einen Einweg-Chemikalienhandschuh, der speziell für den Umgang mit aggressiven Lösungsmitteln konzipiert wurde und einen neuen Standard im Einweg-Chemikalienschutz definiert.
Besonders bemerkenswert ist die Acetonbeständigkeit von mindestens 15 Minuten. Damit setzt dieser Handschuh einen neuen Maßstab, denn er ist der erste Einweghandschuh auf dem Markt, der in diesem Bereich eine solche Leistung erreicht. Im Vergleich zu herkömmlichen Einweghandschuhen bedeutet das eine bis zu 15-mal längere Beständigkeit gegenüber Aceton – ein deutlicher Unterschied im Arbeitsalltag.
Die Grundlage dafür bildet die MICROCHEM™ Chemical Barrier Technology. Diese basiert auf einem mehrschichtigen Materialaufbau aus Neopren, Nitril und Latex. Ein wesentlicher Vorteil dieses Systems besteht darin, dass Naturkautschuklatex nicht direkt mit der Haut in Kontakt kommt. Dadurch wird ein hoher Chemikalienschutz nach EN ISO 374-1 Typ A erreicht, ohne dass mehrere Handschuhschichten kombiniert werden müssen.
Schutz auf drei Ebenen
Neben der chemischen Beständigkeit spielt auch die mechanische Belastbarkeit eine wichtige Rolle: Der TouchNTuff™ 93-800 ist auch nach EN 388 (2110A) zertifiziert und bietet damit einen leichten Abrieb- und Schnittschutz, der die Anforderungen typischer Einweganwendungen zuverlässig erfüllt.
Die verlängerte Stulpe mit 285 mm sorgt für zusätzlichen Schutz im Bereich des Handgelenks. Gleichzeitig verbessert der leuchtend orange Farbton die Sichtbarkeit im Arbeitsumfeld, was insbesondere in komplexen Produktionsumgebungen einen zusätzlichen Sicherheitsaspekt darstellt. Dadurch können Fremdkörper, unsichere Zustände oder ein notwendiger Handschuhwechsel im Arbeitsalltag schneller erkannt und entsprechend zeitnah umgesetzt werden.
Wenn Praxis und Schutz zusammenpassen müssen
Der Umgang mit Aceton zeigt gut, dass Einweglösungen im Arbeitsschutz nicht pauschal bewertet werden können. Einweghandschuhe sind in vielen Anwendungen weiterhin sinnvoll und praktisch, stoßen bei aggressiven Lösungsmitteln aber schnell an ihre Grenzen.
Neue Entwicklungen wie der TouchNTuff™ 93-800 machen deutlich, dass sich diese Lücke schließen lässt. Wichtig bleibt trotzdem, die persönliche Schutzausrüstung passend zu den tatsächlichen Einsatzbedingungen auszuwählen und nicht nur nach organisatorischer Einfachheit.
So lässt sich am Ende sicherstellen, dass Sicherheit und Effizienz im Arbeitsalltag gut zusammenpassen.
Fotos istockphoto.com: © kasia2003ANSELL TouchNTuff™ 93-800
15 Minuten Acetonbeständigkeit und zuverlässigen Abrieb- und Schnittschutz in einem Handschuh findest du in unserem Shop: