Anaerobe Aushärtung
Die anaerobe Aushärtung ist ein spezieller chemischer Härtungsprozess, bei dem Kleb- oder Dichtstoffe nur dann aushärten, wenn kein Sauerstoff vorhanden ist und gleichzeitig der Kontakt zu Metallionen besteht. Das bedeutet: Solange Luftsauerstoff vorhanden ist, bleibt das Material flüssig oder pastös – erst wenn der Klebstoff in einer sauerstoffarmen Umgebung zwischen eng anliegenden Metallflächen eingeschlossen wird, beginnt die Aushärtung.
Dieser Vorgang ist besonders bei Schraubensicherungen, Flächendichtungen, Rohrgewindedichtungen oder Welle-Nabe-Verbindungen weit verbreitet. Dort sorgt der anaerobe Klebstoff dafür, dass sich Teile zuverlässig verbinden und gleichzeitig gegen Vibration, Leckagen und Korrosion geschützt sind.
Vorteile der anaroben Aushärtung
Der Vorteil dieser Technik liegt in der präzisen Steuerung des Aushärtevorgangs: Solange Sauerstoff vorhanden ist (z. B. auf der Oberfläche), bleibt das Produkt verarbeitbar. Erst in der Verbindung, wo kein Sauerstoff mehr vorhanden ist, kommt es zur Härtung – oft schon innerhalb weniger Minuten.
Typisch für anaerobe Klebstoffe ist ihre hohe Festigkeit nach dem Aushärten, verbunden mit guter chemischer Beständigkeit und Temperaturresistenz. Sie sind meist auf Acrylatbasis formuliert und werden häufig als Flüssigkleber in Schraubverbindungen eingesetzt, um ein selbstständiges Lösen durch Belastung oder Vibration zu verhindern.