DIN EN ISO 20345 für Sicherheitsschuhe
Die DIN EN ISO 20345 ist die zentrale europäische Norm für Sicherheitsschuhe. Sie definiert die grundlegenden Anforderungen an Sicherheitsschuhwerk, das den Fuß vor mechanischen, thermischen und chemischen Risiken schützen soll. Ein zentrales Kriterium ist die Zehenschutzkappe, die einem Aufprall mit einer Energie von 200 Joule sowie einer Druckkraft von mindestens 15 kN standhalten muss. Ergänzend dazu regelt die Norm auch Anforderungen wie Rutschhemmung, Durchtrittschutz oder antistatische Eigenschaften.
Sicherheitsschuhe, die der DIN EN ISO 20345 entsprechen, sind für eine Vielzahl von Arbeitsumgebungen geeignet – vom Baugewerbe über Logistik bis hin zur Industrieproduktion. Spezielle Gefährdungen wie Schnittschutz, Feuerwehr- oder Chemikalienschutz werden hingegen durch gesonderte Normen abgedeckt.
Schutzklassen im Überblick
Die Sicherheitsschuhe werden anhand von Schutzklassen in verschiedene Kategorien unterteilt, die sich aus einer Kombination von Pflicht- und optionalen Zusatzanforderungen ergeben:
- SB – Basisanforderungen, inklusive Zehenschutz.
- S1 – Wie SB, zusätzlich geschlossener Fersenbereich, antistatische Eigenschaften, Energieaufnahme im Fersenbereich.
- S1P – Wie S1, zusätzlich mit Durchtrittschutz.
- S2 – Wie S1, zusätzlich begrenzter Wasserdurchtritt und Wasseraufnahme (WRU).
- S3 – Wie S2, zusätzlich Durchtrittschutz und profilierte Laufsohle.
- S4 – Sicherheitsschuhe aus Polymer, vollständig wasserdicht, vergleichbar mit S1.
- S5 – Wie S4, zusätzlich Durchtrittschutz und profilierte Laufsohle.
Neue Schutzklassen S6 und S7 – Erweiterung der Norm seit 2022
Im Rahmen der Normaktualisierung im Jahr 2022 wurden die Schutzklassen S6 und S7 neu eingeführt. Sie erweitern die bisherigen Kategorien, um speziellere Anforderungen in der Praxis besser abzubilden:
Sicherheitsschuhe der Klasse S6 entsprechen der Klasse S2, bieten jedoch zusätzlich vollständige Wasserdichtigkeit, meist durch eine Membran. Die Klasse S7 kombiniert diese Eigenschaften mit einem Durchtrittschutz sowie einer seitlich offenen Profilierung der Sohle mit mindestens 2,5 mm Tiefe. Modelle mit der Bezeichnung S7L enthalten eine textile Durchtrittsohle, die gegen einen 4,5-mm-Prüfnagel schützt. Bei S7S-Schuhen wurde die textile Einlage mit einem 3-mm-Prüfnagel geprüft.
Prüfverfahren und Normkonformität
Sicherheitsschuhe nach DIN EN ISO 20345 müssen umfangreiche Prüfverfahren bestehen, bevor sie zertifiziert werden. Dazu gehören:
- Aufpralltest mit einer Fallenergie von 200 Joule auf die Zehenschutzkappe
- Drucktest mit Kräften bis 15.000 Newton
- Durchtrittschutzprüfung mit einem genormten Nagel
- Rutschhemmungstests auf keramischen Fliesen (SRC), Stahl und anderen Untergründen
Nur bei Bestehen aller relevanten Prüfungen erhalten die Schuhe eine CE-Kennzeichnung und dürfen in der EU als persönliche Schutzausrüstung (PSA) in Verkehr gebracht werden.
Die DIN EN ISO 20345 stellt also sicher, dass Sicherheitsschuhe ein hohes Maß an Schutz und Komfort bieten. Mit der Einführung von S6 und S7 wurde die Norm an die heutigen Anforderungen vieler Branchen angepasst. So können Unternehmen gezielter das geeignete Schutzschuhwerk auswählen – sei es für trockene Innenbereiche oder für den harten Außeneinsatz unter extremen Bedingungen.