Durchtrittschutz bei Sicherheitsschuhen
Der Durchtrittschutz zählt zu den zentralen Sicherheitsmerkmalen moderner Sicherheitsschuhe. Er schützt die Fußsohle vor dem Eindringen spitzer Gegenstände wie Nägeln, Glasscherben oder Metallspänen. Besonders in risikobehafteten Arbeitsbereichen – etwa auf Baustellen, in der Metallverarbeitung oder der Entsorgungsbranche – trägt er maßgeblich zur Vermeidung schwerer Verletzungen bei. Es wird grundsätzlich zwischen metallischen und nichtmetallischen Einlagen unterschieden, die jeweils eigene Vorzüge bieten.
Metallische Einlagen: Robuste Barriere aus Stahl
Metallische Durchtrittschutz-Einlagen bestehen in der Regel aus Bandstahl, der unterhalb der Laufsohle verbaut wird. Sie zeichnen sich durch eine hohe Durchstichfestigkeit aus und können spitze Objekte wie Nägel gezielt umlenken. Ein möglicher Nachteil ist, dass diese Einlagen üblicherweise nur etwa 85 % der Sohlenfläche abdecken, wodurch in Ausnahmefällen ungeschützte Bereiche verbleiben können. Zudem reduzieren sie die Flexibilität der Sohle leicht. Dennoch sind sie besonders geeignet für Arbeiten mit starker mechanischer Belastung, etwa im Baugewerbe oder bei schweren Outdoor-Einsätzen. Metallische Einlagen sind gemäß EN ISO 20345:2022 in den Schutzklassen S1P, S3, S5 und S7 zugelassen.
Nichtmetallische Einlagen: Leicht, flexibel und vollflächig schützend
Nichtmetallische Varianten bestehen aus hochfesten, mehrlagigen Textilgeweben, die direkt in die Sohlenstruktur integriert werden. Sie schützen die komplette Sohlenfläche und bieten dabei eine größere Flexibilität und ein geringeres Gewicht als Stahl. Daher sind sie besonders für Tätigkeiten mit hohem Bewegungsanteil – etwa in Logistik, Lagerhaltung oder Werkstätten – geeignet. Ein weiterer Vorteil: Nichtmetallische Einlagen leiten weder Kälte noch Wärme, was sie ideal für extreme Temperaturumgebungen macht. Sie sind unter anderem in den Klassen S1PL, S1PS, S3L, S3S, S5L, S5S, S7L und S7S zertifiziert.
Prüfung und Normen
Die Wirksamkeit des Durchtrittschutzes wird nach DIN EN 12568 geprüft. Dabei muss das Material einem Eindringversuch mit einer Kraft von mindestens 1.100 Newton (etwa 110 kg) standhalten. Diese Prüfung simuliert die Belastung, die beim Auftreten oder Springen auf scharfe Gegenstände entsteht. Je nach Materialqualität und Konstruktionsweise können zusätzliche Anforderungen erfüllt werden, um selbst unter extremen Bedingungen einen verlässlichen Schutz zu gewährleisten.